Akuter Schmerz
Kurzfristiger Schmerz als Warnsignal bei Verletzung oder Entzündung. Er klingt in der Regel ab, sobald die Ursache heilt.
Viele Begriffe aus der Schmerzmedizin klingen kompliziert und bleiben oft unklar.
Dabei kann Verstehen helfen, Sicherheit zu gewinnen und den eigenen Schmerz besser einzuordnen.
Dieses Schmerzlexikon erklärt zentrale Begriffe rund um chronische Schmerzen kurz, verständlich und in Alltagssprache.
Es soll dir Orientierung geben, Zusammenhänge aufzeigen und dich dabei unterstützen, informierte Entscheidungen für deinen Weg im Umgang mit Schmerz zu treffen.
Du kannst das Lexikon als Nachschlagewerk nutzen oder einzelne Begriffe in deinem Tempo erkunden – immer dann, wenn du mehr Klarheit brauchst.
Kurzfristiger Schmerz als Warnsignal bei Verletzung oder Entzündung. Er klingt in der Regel ab, sobald die Ursache heilt.
Schmerzempfinden bei eigentlich harmlosen Reizen, z. B. Berührung oder Kleidung auf der Haut.
Ausgangsniveau einer Aktivität, das ohne starke Schmerzreaktion möglich ist. Dient als sicherer Startpunkt für den schrittweisen Belastungsaufbau.
Modell, das Schmerz als Zusammenspiel von körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren versteht.
Prozess, bei dem sich Schmerzen oder psychische Belastungen über längere Zeit verfestigen und unabhängig vom ursprünglichen Auslöser bestehen bleiben.
Form von chronischem Schmerz ohne klare körperliche Ursache, die mit emotionalem Leiden und Einschränkungen im Alltag verbunden ist.
Schmerz, der länger als drei Monate anhält und seine ursprüngliche Warnfunktion verloren hat. Er gilt heute als eigenständige Erkrankung.
Chronischer Schmerz, der als Folge einer klaren Grunderkrankung entsteht, z. B. bei Arthrose, Nervenschädigungen oder nach Operationen. Der Schmerz bleibt bestehen, obwohl er nicht die eigentliche Hauptdiagnose ist.
Schwere Schmerzerkrankung nach Verletzung oder Operation, meist an Armen oder Beinen, mit starken Schmerz- und Regulationsstörungen.
Vom Gehirn absteigende gesteuerte Mechanismen, die Schmerzsignale im Rückenmark abschwächen können.
Ungleichgewicht im Nervensystem, bei dem Schmerzsignale zu stark oder zu lange aktiviert bleiben.
Körpereigenes Schmerzbremssystem, das Schmerz ohne Medikamente dämpfen kann, z. B. durch Endorphine.
Körpereigene Botenstoffe mit schmerzlindernder Wirkung, die u. a. durch Bewegung freigesetzt werden.
Konzept aus der modernen Schmerzforschung, das erklärt, wie Schmerz entsteht und warum Verstehen des Schmerzes selbst zur Linderung beitragen kann.
Erklärt, wie Angst vor Schmerz zu Vermeidung von Bewegung führt und Schmerzen langfristig verstärkt.
Vorübergehende, übermässige Schmerzreaktion nach Belastung oder Stress.
Theorie, dass Schmerzsignale im Rückenmark moduliert werden können – abhängig von Aufmerksamkeit, Emotionen und Bewegung.
Verstärkte Verbindung zwischen Nervenzellen, die durch Wiederholung entsteht und Inhalte wie Schmerz oder Stress leichter abrufbar macht.
Sich wiederholende Gedankenmuster, bei denen Sorgen oder Schmerzen immer wieder durchdacht werden und sich dadurch verstärken.
Therapieansatz, bei dem Aktivität schrittweise und unabhängig vom Schmerzempfinden gesteigert wird.
Darstellung, wie der Körper im Gehirn abgebildet ist. Diese Karte kann sich bei chronischem Schmerz verändern.
Übersteigerte Schmerzempfindlichkeit auf eigentlich schmerzhafte Reize.
Internationale Krankheitsklassifikation der WHO, in der chronischer Schmerz erstmals als eigenständige Erkrankung anerkannt ist.
Gedankliche Überbewertung von Schmerz („Das wird nie besser“), die das Schmerzempfinden verstärken kann.
Oberbegriff für alle Mechanismen im Körper, die Schmerz selbst regulieren und reduzieren können, ohne äussere Medikamente.
Teil des Gehirns, der Emotionen verarbeitet und stark an der Schmerzwahrnehmung beteiligt ist.
Ganzheitlicher Therapieansatz, der medizinische, körperliche und psychologische Elemente kombiniert.
Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn, die sich durch Erfahrung, Wiederholung und Emotion verändern können.
Schmerz, der durch eine Schädigung oder Erkrankung des Nervensystems selbst entsteht. Typisch sind brennende, elektrisierende oder einschießende Schmerzen sowie Gefühlsstörungen.
Fähigkeit des Gehirns, sich strukturell und funktionell zu verändern – Grundlage für Lernen, aber auch für Schmerzgedächtnis.
Schmerz, der durch eine veränderte Schmerzverarbeitung im Nervensystem entsteht, ohne dass eine klare Gewebe- oder Nervenschädigung vorliegt. Das Nervensystem reagiert dabei überempfindlich.
Aufnahme und Weiterleitung potenziell schädlicher Reize durch Schmerzrezeptoren.
Schmerz, der durch eine tatsächliche oder drohende Gewebeschädigung entsteht, z. B. bei Verletzungen, Entzündungen oder Überlastung. Er hat eine klare Warn- und Schutzfunktion.
Spezialisierte Nervenendigungen, die auf Druck, Hitze oder chemische Reize reagieren.
Vermittlung von Wissen über Schmerzmechanismen zur Reduktion von Angst und Förderung der Selbstwirksamkeit.
Teil des vegetativen Nervensystems, der für Ruhe, Regeneration und Erholung zuständig ist und vor allem im Schlaf aktiv wird.
Teil des Nervensystems, der für Ruhe, Erholung und Regeneration zuständig ist.
Bewusste Wahrnehmung und Bewertung eines Reizes im Gehirn.
Schmerzlinderung durch positive Erwartung – ohne pharmakologische Wirkung.
Entspannungstechnik durch bewusstes An- und Entspannen der Muskulatur.
Anhaltende Probleme beim Ein- oder Durchschlafen oder mit nicht erholsamem Schlaf, häufig verbunden mit verstärktem Schmerzempfinden.
Typische Beschreibung eines Schmerzes (z. B. stechend, brennend, diffus), die Hinweise auf den zugrunde liegenden Schmerzmechanismus geben kann.
Gelerntes Schmerzverhalten des Nervensystems, bei dem Schmerz auch ohne aktuelle Gefahr bestehen bleibt.
Netzwerk mehrerer Hirnareale, die Schmerz, Emotionen und Reaktionen verarbeiten.
Die Art und Weise, wie Schmerz im Körper entsteht und verarbeitet wird, z. B. nozizeptiv, neuropathisch oder noziplastisch.
Hilfsmittel zur Dokumentation von Schmerzverlauf, Auslösern und lindernden Faktoren.
Es dient dazu, Schmerzen und relevante Einflussfaktoren wie Schlaf, Stress oder Aktivität regelmässig festzuhalten.
Gesamtheit der Prozesse im Nervensystem, mit denen Schmerzsignale bewertet, verstärkt oder gedämpft werden.
Eigene Gedanken, Gefühle und körperliche Empfindungen werden bewusst wahrgenommen und zu dokumentiert.
Vertrauen in die eigene Fähigkeit, aktiv mit Schmerz umzugehen.
Sie beschreibt das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Einfluss auf den eigenen Zustand zu nehmen.
Teil des Nervensystems, der Berührung, Temperatur, Lageempfinden und Schmerz verarbeitet.
Fähigkeit des Nervensystems, zwischen Anspannung und Entspannung zu wechseln. Sie wird durch Schlaf, Bewegung und Entspannung beeinflusst.
Aktivierender Teil des vegetativen Nervensystems („Stresssystem“), der bei anhaltender Belastung oder Schlafmangel oft überaktiv ist.
Stresssystem des Körpers („Kampf oder Flucht“), das bei chronischem Schmerz oft überaktiv ist.
Faktoren, die Schmerzen auslösen oder verstärken können, wie zum Beispiel Stress oder Schlafmangel.
Unbewusst arbeitendes Nervensystem, das innere Abläufe wie Herzschlag, Atmung, Schlaf und Stress steuert.
Verarbeitung von Schmerzsignalen im Gehirn, bei der Erfahrungen, Emotionen und Kontext eine wichtige Rolle spielen.
Überempfindlichkeit des zentralen Nervensystems, bei der harmlose Reize als schmerzhaft empfunden werden.